VOB/B kompakt

cover-vob-kompakt150 Antworten auf die wichtigsten Fragen zur VOB 2012

Zu typischen Streitfällen und Situationen aus der täglichen Praxis liefert „VOB/B kompakt“ Informationen und Argumente, um strittige Fragen direkt vor Ort zu klären.

Das Buch beantwortet anhand von Fallbeispielen die wichtigsten Fragen rund um die Bauabwicklung nach neuer VOB 2009 und BGB – vom Vertragsschluss bis hin zu Abnahme und Gewährleistung.

Im handlichen DIN A6-Format ist der kompakte Ratgeber immer griffbereit.

Ihre Vorteile:

  • Antworten und Lösungen für typische Streitfälle
  • mit Fallbeispielen aus der Praxis
  • knapp und praxisgerecht aufbereitet
  • für die Beratung, Planung und Bauleitung
  • speziell für den Einsatz auf der Baustelle
  • im Anhang: Musterbriefe, Originaltext der VOB/B, Auszüge aus dem BGB

Leseproben

Frage 24:

Muss der Auftragnehmer immer die zum Zeitpunkt der
Abnahme geltenden anerkannten Regeln der Technik
beachten?

Antwort:

Nein. Zwar muss die Leistung zum Zeitpunkt der Abnahme
grundsätzlich den anerkannten Regeln der Technik entsprechen
(§ 13 Abs. 1 VOB/B). Das gilt jedoch nicht, wenn die Ausführung
der Leistung vom Auftraggeber im Detail vorgegeben
wurde. Dann trägt dieser das Risiko, ob die von seinem Architekten
geplante Leistung zum Zeitpunkt der Abnahme noch mit
den anerkannten Regeln der Technik übereinstimmt. Ändern
sich die anerkannten Regeln der Technik zwischen Vertragsschluss
und Abnahme, dann muss der Auftragnehmer jedoch
Bedenken anmelden (§ 4 Abs. 3 VOB/B).

Besteht der Auftraggeber trotz einer Änderung der anerkannten
Regeln der Technik auf der Ausführung der Leistung,
dann liegt bei der Abnahme keine vertragswidrige
Leistung vor (§ 13 Abs. 3 VOB/B). Verlangt der Auftraggeber
aufgrund eines Bedenkenhinweises eine geänderte Ausführung
der Leistung, dann hat der Auftragnehmer Anspruch
auf eine besondere Vergütung (§ 2 Abs. 5, 6 VOB/B).

© VOB/B kompakt, Verlagsgesellschaft Rudolf Müller, 2012

Frage 53:

Kann der Auftraggeber die Ausführung zusätzlicher, vom
Vertrag nicht umfasster Leistungen verlangen?

Antwort:

Ja. Nicht vereinbarte Leistungen, die zur Ausführung der vertraglichen
Leistung erforderlich werden, hat der Auftragnehmer
auf Verlangen des Auftraggebers mit auszuführen (§ 1 Abs. 4
VOB/B).

Beispiel

Der Auftragnehmer wird mit der Ausführung von Rohbauarbeiten
beauftragt. Im Leistungsverzeichnis fehlt die erforderliche
Abdichtung gegen Bodenfeuchte. Nach einem
Bedenkenhinweis des Auftragnehmers verlangt der Auftraggeber
die Ausführung einer Abdichtung.

Da die Abdichtung für die Ausführung einer mangelfreien Leistung
technisch erforderlich ist, muss der Auftragnehmer sie
ausführen, wenn es der Auftraggeber verlangt. Die Vergütung
richtet sich nach § 2 Abs. 6 VOB/B. Ist der Betrieb des Auftragnehmers
auf die Ausführung der zusätzlichen Leistung nicht
eingerichtet, muss der Auftragnehmer sie nicht ausführen.

Beispiel

Nach dem Aushub der Baugrube stellt sich heraus, dass der
Baugrund nicht tragfähig ist und eine Pfahlgründung ausgeführt
werden muss. Das Erdbewegungsunternehmen ist
technisch nicht in der Lage, solche Leistungen zu erbringen.

© VOB/B kompakt, Verlagsgesellschaft Rudolf Müller, 2012

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