Bauleiter digitalisieren ihre Baustelle

Als Bauleiterin oder Bauleiter sind Sie es, der die digitalen Helfer einsetzt. Ihre Kunden und Auftraggeber erleben so eine neue Form der Zusammenarbeit mit Ihnen, Ihre Lieferanten freuen sich über konkrete Bestellungen und Abrufe für Baumaterial und die Buchhaltung in Ihrem Hause braucht nicht mehr die leidige Frage nach dem Verbleib der Lohnzettel zu stellen. Die Digitalisierung bedeutet an dieser Stelle, dass Sie alle Daten und Informationen so erfassen, dass Kunden, Auftraggeber, Lieferanten und Ihr Büro diese auch ohne weiteres Zutun verarbeiten können. Das erspart den sogenannten Medienbruch.

So hilft die Digitalisierung dem Bauleiter

Sie stehen auf der Baustelle und der Auftraggeber wünscht rotes Pflaster anstelle von grauem Pflaster. Sie notieren direkt in Ihrem elektronischen Bautagebuch „Kunde wünscht rotes Pflaster, siehe Position 4.17“, Sie erfassen das Datum dazu – ein Klick genügt hier – und wählen den Namen des Kunden aus. Schon haben Sie einen Protokollvermerk.
Sie wollen Baumaterial beim Händler abrufen. In der Tabelle der Baumaterialien tragen Sie die benötigten Abrufmengen ein und wählen aus dem Kalender Datum und Uhrzeit aus. Mit einem weiteren Klick landet dieser Abruf beim Disponenten Ihres Lieferanten. Keine Übermittlungsfehler, kein Warten, bis der Baustoffhändler am Telefon alles notiert hat.
Der Polier fragt Sie nach dem Ausführungsdetail für den Wandanschluss. Ganz selbstverständlich öffnen Sie auf Ihrem Tablet den Plan, zoomen das Detail heran und entscheiden gemeinsam mit dem Polier, wie Sie dieses Detail tatsächlich auf der Baustelle umsetzen.

So hilft die Digitalisierung der Baustelle

Der Polier erfasst die Stunden seiner Kolonne direkt auf dem Smartphone. Er muss lediglich die vorgeschlagene Arbeitszeit für den aktuellen Tag bestätigen oder ändern, meist genügt ein Klick. Und wenn die ganze Kolonne an diesem Tag die gleiche Zeit gearbeitet hat, sind mit einem zweiten Klick die Arbeitszeiten für das gesamte Personal für diesen Tag bereits erfasst. Wenn Sie wollen, ist die Lohnerfassung bereits elektronisch direkt im Büro angekommen. Keine verlorenen und vergessenen Lohnzettel mehr.
Wenn der Polier auf der Baustelle beim Aushub ein altes Fundament oder ein anderes Hindernis findet, macht er mit dem Smartphone ein Foto und klickt dazu auf das Bauteil in seinem Plan, wo er diese Behinderung entdeckt hat. Per Spracheingabe fügt er einen Kommentar hinzu. So wird nichts vergessen, Informationen sind zeitgleich für Bauleiter und das Büro verfügbar.

Digitalisierung bedeutet keine Zettel mehr, alle Informationen stehen sofort zur Weiterverarbeitung zur Verfügung, sie liegen an einer fest vorgegebenen Stelle, jeder weiß, wo etwas liegt und findet es, Doppelerfassungen und Doppelarbeiten werden vermieden.

Hinweis:
Wenn wir über Daten und Digitalisierung sprechen, dann sind dies weiterverwendbare Daten. Das Bild von Daten und Informationen, beispielsweise ein gescanntes Schreiben, ist ein Einstieg. Nur mit den ausgelesenen und interpretierten Daten aus einem solchen Brief oder einem Bild können Sie in einer anderen Software weiterarbeiten.

So hilft die Digitalisierung der Firma

Als Bauleiterin oder Bauleiter sind Sie ja nicht alleine im Büro. Deshalb steht als weiterer Schritt der Digitalisierung die gemeinsame Nutzung von Daten innerhalb der Firma an. Achten Sie schon heute darauf, dass im Büro alle die gleichen Programme für Tabellen, Kalender und Texte verwenden. Das gilt auch für Apps, die vorsorglich eine gemeinsame Speicherung der Daten mehrerer Anwender bieten sollten. Sehr einfach erfolgt diese gemeinsame Datenspeicherung in einer Cloud-Lösung. Das ist ein Speicherplatz mit Zugang über das Internet, der von allen mobilen Geräten angesprochen werden kann. Keine Angst, die Daten sind dort sicherer als bei Ihnen privat.

© Dipl.-Ing. Peter Rösch, Autor von BAULEITUNG KOMPAKT, Verlagsgesellschaft Rudolf Müller GmbH & Co.KG, Köln 2017

 

Dazu passend:

Praxis-Seminar:
Apps & Co.: Digitales Arbeiten auf der Baustelle
Moderne Werkzeuge für mobile Bauleiter

22. November 2017 in München
28. Februar 2018 in Köln

Mit dem Klemmbrett über die Baustelle und später alles mühsam abtippen? Das war gestern! Heute gibt es eine Vielzahl von Apps speziell für Bauleiter, mit denen Sie Ihre Arbeit effizienter und direkt vor Ort erledigen können. Doch welche sind wirklich nützlich? Und in welchen Situationen kann man diese konkret einsetzen?

Dieses Praxis-Seminar führt Sie durch den digitalen Dschungel und gibt Ihnen live vor Ort herstellerunabhängige Hinweise für den sinnvollen Einsatz mobiler Baustellen-Apps.

Das Programm:

• Mobile Baustellen-Apps für Lohn, Geräte und Bautagebuch
• Aufmaß und Mängel mobil erfassen und überwachen
• E-Mails und Kalender mobil und im Büro synchron nutzen
• Briefe & Notizen erstellen und versenden
• Pläne, Skizzen, Fotos und Videos – mobil stets verfügbar
• Das “unendliche” Baustellenprotokoll in der Cloud
• Anforderungen an Smartphones und Tablets sowie an Datenverbindungen

Inkl. Maßnahmenplan zur Umsetzung im Tagesgeschäft

Weitere Informationen und Anmeldung